Dieses Shooting am Allermöher Deich in Hamburg fand sehr früh am Morgen statt.

Noch vor Sonnenaufgang. Es war kühl, still, leicht neblig. Eine dieser Tageszeiten, in denen alles langsamer ist – und ehrlicher.

Für meine Art der Portraitfotografie war dieses Setting ideal. Nicht, weil es spektakulär war, sondern weil es Ruhe hatte. Keine Ablenkung, keine Reizüberflutung, keine Erwartungen. Nur Raum, Licht und Zeit.

Wie ich arbeite

Ich führe nicht gern.

Ich gebe keine Posinganweisungen.

Ich greife so wenig wie möglich ein.

Meine Portraits entstehen nicht durch Vorgaben, sondern aus dem Moment heraus. Ich beobachte, lasse geschehen, warte ab. Menschen dürfen bei mir stehen, gehen, schweigen, sich sortieren. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, kein Zielbild, das erreicht werden muss.

Viele der stärksten Bilder entstehen genau dann, wenn niemand versucht, gut auszusehen.

Warum dieser Morgen so besonders war

Der frühe Morgen nimmt viel Druck aus einer Situation.

Der Körper ist noch nicht angespannt, der Kopf noch nicht im Alltag. Bewegungen sind langsamer, Gesichtsausdrücke weniger kontrolliert. Das schafft eine Offenheit, die man nicht herstellen kann – sie ist einfach da.

Kira hat diese Stimmung sehr fein aufgenommen. Sie musste nichts darstellen. Sie war präsent, ruhig, aufmerksam. Genau daraus sind Bilder entstanden, die nicht laut sind, aber lange wirken.

Zwei unterschiedliche Handschriften

Begleitet wurde das Shooting von einem Fotografenkollegen, dessen Arbeitsweise sich deutlich von meiner unterscheidet. Er arbeitet mit klarer Führung, direkter Kommunikation, viel Witz und Präsenz. Er versteht es hervorragend, Menschen anzuleiten und ihnen Sicherheit zu geben – eine Qualität, die ich sehr schätze und die man selten so souverän beobachtet.

Meine eigene Rolle war eine andere.

Ich stand oft etwas abseits, habe beobachtet, gewartet, fotografiert, wenn sich etwas gezeigt hat. Ohne Eingriff, ohne Korrektur, ohne Inszenierung.

Beide Herangehensweisen haben ihren Wert.

Sie führen zu unterschiedlichen Bildern – und sprechen unterschiedliche Menschen an.

Für wen meine Portraits sind

Meine Arbeit richtet sich an Menschen, die sich auf Bildern wiederfinden möchten, nicht neu erfinden. An alle, die keine Rolle spielen wollen. An diejenigen, die sich vor der Kamera nicht „performen“ möchten, sondern einfach sein dürfen.

Ein Portrait muss für mich nichts erklären.

Es darf still sein.

Es darf offen bleiben.

Es darf Raum lassen.

Fazit

Dieses Shooting steht exemplarisch für meine Art zu arbeiten: ruhig, aufmerksam, ohne Druck. Authentische Portraits entstehen nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen – in den Moment und in den Menschen vor der Kamera.

Wer neugierig auf eine andere, stärker geführte fotografische Handschrift ist, findet den begleitenden Artikel meines Fotografenkollegen hier:

→ [Link zum Artikel von Thorsten Ruhle]

Melde Dich gerne bei mir für Deine ungezwungenen Portaits.

Share this story

COMMENTS Expand -
ADD A COMMENT

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert